Dürre

Dürre wegen ausbleibender oder verspätet einsetzender Regenzeit

Zur Lage: Laut Tanzania Meteorlogical Agency (TMA) waren die Niederschläge der letzten kleinen Regenzeit (Oktober bis Dezember) in vielen Teilen Tansanias verspätet und unzureichend. In manchen Gegenden waren sie so gering, wie seit 50 Jahren nicht mehr. Man fürchtet, dass die Dürre bis zum Beginn der großen Regenzeit (Mitte März bis Mai) anhält. Im Süden und Südwesten Tansanias aber, wo die Regenzeit normalerweise bis April dauert, erwartet man normale Niederschlagsmengen. In den Regionen Iringa, Lindi, Mbeya, Mtwara, Rukwa und Ruvuma begann sie Mitte Januar mit einmonatiger Verspätung. In der Küstenregion und Dar-es-Salaam regnete es zeitweise.
Das Food Security Information Team des Landwirtschaftsministeriums stellte bereits im August 05 fest, dass mehr als 4 Mio. Menschen ab Dez. 05 mit Lebensmittelknappheit rechnen müssen, fast 1 Mio. mit akuter Not.
UNO-Klimaexperten meinen, Äthiopien, Eritrea, Kenia, Somalia, Sudan und Tansania müssten mit schwierigen Zeiten rechnen. Sogar die Regenzeit März bis Mai könnte sich unbefriedigend gestalten.

Auswirkungen der Dürre in einigen Regionen

Einwohner eines Dorfes im Mpwapwa-Distrikt (Dodoma-Reqion) berichteten Premierminister Lowassa, sie lebten von wilden Früchten. Doch auch diese seien nun knapp. Sie hätten auch das Saatgut aufgegessen. Lowasse sagte: "Ich habe den Regional Commissioner angewiesen, Hirse-Saatgut zu besorgen." Sie sollten dieses dann sofort ausbringen, betonte er. Einwohner der Distrikte Monduli und Longido (Arusha-Reqion) baten die Regierung, rasch Lebensmittelhilfe zu bringen und die Zuteilung zu verdoppeln. Ein Eimer pro Monat sei für Maasai-Familien nicht genug, denn sie bestünden normalerweise aus vielen Kindern und mehreren Frauen.
Der District Cornmissioner des Kilindi-Distrikts (Tanqa-Region) berichtete: "In der ganzen Region ist der Hunger katastrophal." Im Muheza-Distrikt drohe 7.000 Menschen der Hungertod, nur 1.000 hätten genug zu essen, sagte ein Verantwortungsträger des Distrikts. Als es im Dezember regnete, hätten die Leute Mais gesät, doch dann sei er verdorrt. Ein Einwohner des Handeni-Distrikts erzählte: "Weil wir hofften, es werde weiterhin regnen, verkauften wir unsere Lebensmittel und bezahlten das Schuldgeld für die Kinder." Sogar die Apfelsinenbäume vertrockneten. Im Lushoto-Distrikt leiden 48.000 Menschen unter der Hungersnot, berichtete der District Commissioner. Der Rundfunk berichtet, im Kishapu-Distrikt (Shinyanga-Region) gingen 75 % der Kinder nicht mehr in die Schule. Sie liefen herum auf der Suche nach etwas zu essen, Blätter, Wurzeln, Tierfutter. Im Ulanga-Distrikt (Morogoro-Region) leiden 49 % der Einwohner unter Nahrungsmangel. Es ist dort verboten, das knappe Getreide zum Bierbrauen zu verwenden. Jede Familie wird angehalten, auf 1/2 ha Maniok anzubauen.

Aus Tansania Information 02/06, 03/06
Mit freundlicher Genehmigung

______________________________________


(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken