Fünftes Entwicklungsziel

Afrika: Nur langsame Fortschritte beim fünften Entwicklungsziel

Aktuelle Studien stellen Kenia ein schlechtes Urteil beim Einsatz für sexuelle und reproduktive Gesundheit aus und sehen Äthiopien, Eritrea und Ruanda auf einem guten Weg.

Nur drei Länder Ost-, West- und Südafrikas sind auf einem guten Weg, das fünfte Millennium-Entwicklungsziel (MDG 5), bei dem es um die Verbesserung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit geht, zu erreichen. Dies sind Eritrea, Ruanda und Äthiopien. Das geht aus Studien hervor, die das African Institute for Development Policy (AFIDEP) für eine internationale gesundheitspolitische Konferenz von Medizinern, Politikern und Entwicklungspartnern in Nairobi vom 31. August bis 2. September zusammengestellt hat.

Das fünfte MDG sieht vor, bis 2010 zum einen die Müttersterblichkeit um zwei Drittel gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken (5a) und zum anderen universellen Zugang zu Diensten der sexuellen und reproduktiven Gesundheit sicherzustellen (5b). Laut AFIDEP könne man bei den meisten, nicht jedoch bei allen Ländern der Region ein Bemühen erkennen, diese Ziele zu erreichen. Als Negativbeispiel führte der Exekutiv-Direktor von AFIDEP, Dr. Eliya Zulu, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur IPS Kenia an: „Im Gegensatz zu anderen Ländern Ostafrikas fehlt in Kenia der politische Wille, die Gesundheitsversorgung insgesamt zu verbessern.“ Entsprechend ist in Kenia die Müttersterblichkeit gegen den allgemeinen Trend sogar gestiegen – von 380 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten im Jahr 1990 auf 530 im Jahr 2008.

Fortschritte in Ruanda

Ruanda gehört zu den Staaten, denen auf der anderen Seite die größten Fortschritte attestiert werden. Anders als in Kenia ist in Ruanda die Zahl der Geburten, die von professionellen Gesundheitskräften betreut werden, in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Der aktuelle vorläufige Rwandan Demographic and Health Survey zeigt, dass im Jahr 2010 mehr als zwei Drittel der Geburten (69 Prozent) in offiziellen Gesundheitseinrichtungen durchgeführt werden. Noch 2005 waren es nur etwas mehr als ein Viertel. Die Müttersterblichkeit hatte sich in Ruanda bereits 2008 halbiert – von 1.100 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten 1990 auf 540 im Jahr 2008.

Neben Ruanda wird auch Äthiopien von AFIDEP für seine Bemühungen bei der Bekämpfung der Müttersterblichkeit gelobt. Die Stiftung Weltbevölkerung richtet sich mit ihrer Projektarbeit in Äthiopien seit Jahren gezielt an Mädchen und junge Frauen, damit sie sich vor ungewollten Schwangerschaften schützen und ihre Gesundheitssituation verbessern können.

Quelle: IPS, 8. September 2011; Measure DHS, Rwanda Demographic and Health Survey 2010 (vorläufige Version).

aus:
DSW-(News) September 2011
Mit freundlicher Genehmigung


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