Deutschland

Gemeindefest in Wissmar


Am 6. Juli fand das sommerliche Gemeindefest der Ev. Kirchengemeinde Wettenberg-Wissmar bei strahlendem Sonnenschein statt. Der Familiengottesdienst war gut besucht. Inhalt der Predigt war: Die Josefsgeschichte – Familie? Familie!



Die MMH war mit einem Stand vertreten. Anne Schulz, Sigi Bittendorf, Meike Pfindel und Kerstin Stroh hatten in mühevoller Kleinarbeit kunstgewerbliche Gegenstände wie Halsketten, Blumenvasen, Lesekissen, Ohrringe und Wondmobiles hergestellt. Geschmackvoll wurden diese ausgestellt und zum Verkauf angeboten. Der Erlös betrug 500.- Euro, die dem Neubau der Ambulanz in Nkalinzi zu gute kommen.

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Ein Zeitungsbericht der örtlichen Tageszeitung Zehdenick


„Mit einem Tropfen nach Afrika“

Projektreise nach Tansania mit Diakon Kerner

„Wann kommst du in Kigoma an, wir holen dich ab.“ Gestern noch hat Jörg Kerner mit seinem Freund Samandari über Facebook nach Tansania gechattet. Multimedia hat mit seinen Möglichkeiten alle nationalen Grenzen überwunden. Auch im entlegenen Kigoma ist das Internet eingezogen und hat die Möglichkeit globale Kontakte zu haben, revolutioniert.

Als Vorstandsmitglied der Medizinischen Missionshilfe e.V. , engagiert sich Diakon Jörg Kerner mit seiner Familie für zwei Gesundheitsstationen in der ärmlichen Provinz von Kigoma am Tanganyika-See.

Auch wenn das Handy bis in entlegene Dörfer Einzug hält, bleiben dort strukturelle Lebens-bedingungen auf niedrigem Niveau: Ungenügende Versorgung mit sauberem Wasser, Malaria-Erkrankungen und ein unzureichendes Bildungssystem, mangelnde Arbeit hält das Hinterland in der Kigoma-Region weiterhin weit unterhalb der Armutsgrenze. Bevölkerungszuwachs von 4,8% im Jahr und eine stagnierende Wirtschaft steigert die Misere, deren Auswirkungen wir in Europa nur durch Flüchtlingsdramen im Mittelmeer erfahren.

Nun ist es wieder soweit: Jörg Kerner aus Zehdenick fliegt Anfang Juli wieder nach Tansania in die Kigoma Region. Mit finanziellen Mitteln des Bundesministeriums für Entwicklung und Zusammenarbeit ,BMZ, sowie Spenden aus der Region Oberhavel wird eine kleine, desolate Gesundheitsstation in dem Dorf Nkalinzi ein neues, größeres Gebäude erhalten. Neben neuen Räumen für das Labor, die Apotheke, das Arzt-Zimmer und zwei Behandlungsräume, sollen auch Zimmer mit bis zu 12 Betten für mehrtägige Behandlungen aufgebaut werden.
Nach langen Monaten der Antragstellung beim BMZ hat Hr. Kerner für die Medizinische Missionshilfe (Sitz in Aachen) den Zuschlag für 35 Tausend Euro bekommen. Den Eigenanteil von weiteren 15 Tausend Euro bestreitet der Verein von Hr. Kerner über Spenden vieler engagierter Menschen in Deutschland. So zum Beispiel ein Spender aus Zehdenick. Eines Tages erhält Hr.Kerner einen Anruf eines 90 Jahre alten Zehdenickers. „Komm doch mal vorbei, ich will dir auch was für Afrika mitgeben.“

In Erwartung einer Kleinspende macht sich Diakon Kerner auf den Weg zum Hausbesuch. Der schon körperlich angeschlagene alte Mann holt aus seinem Schrank ein paar Hundert Euro heraus und drückt sie Hr. Kerner in die Hand: „Hier sind viele Euros, die ich mir von meiner Rente abgespart habe. Nimm einen Teil davon für Malaria-Mittel. Ich kenne Malaria und weiß, was hinter dieser furchtbaren Krankheit steht. Mit dem Rest will ich den Wassertank der neuen Station unterstützen“. Dabei hat der alte Mann ein funkeln in den Augen, der den Triumpf zeigt, auch im hohen Alter noch etwas bewegen zu können. Beeindruckt und beschämt, aber auch ein bisschen stolz, nimmt Hr. Kerner nun dieses Geld mit nach Tansania.

Viele Menschen, so Hr. Kerner, winken ab, wenn er um Unterstützung für sein Projekt sucht. „Ist doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein“. „ Da kommt ja von meiner Spende doch nichts an“, So die abwehrenden Haltungen. Doch Diakon Kerner weiß um der Notwendigkeit dieser Hilfe, die im afrikanischen Wirtschaftsgefüge einen Mehrwert des zehnfachen hat. “Ein Tropfen auf den heißen Stein, kann der Anfang eines Regens sein“, zitiert er andere Afrika-Freunde, die mit ihrer Initiative ganze Regionen wieder lebensfähig gemacht haben. Weitere Spender aus der Region bleiben unbenannt und können wissen, dass sie jetzt hier erwähnt sind. Auch die Kirchengemeinde Zehdenick beteiligt sich mit 1200€ aus der Weihnachtskollekte von 2013 an diesem Neubau-Projekt. Nicht zuletzt hat auch der Kirchenkreis Oberes Havelland diesem Projekt 3000€ zugebilligt, so dass schon die Hälfte des Eigenbeitrags für den Neubau zur Verfügung steht.

Nun geht es am 10.Juli los. Diakon Kerner fliegt auf eigene Kosten in das Projektgebiet. Mit von der Partie dieser Reise, ist diesmal nicht seine Frau Karen Kerner, sondern ihr Bruder, aus Berlin, der als Architekt an dem Bauprojekt interessiert ist und mit fachlichem Rat zur Seite steht.
Kontakte zur Evangelisch Lutherischen Kirche in Kigoma, Begegnungen mit dem Abgeordneten für Gesundheit in Kigoma und Beratungen mit den einheimischen Mitarbeitern vor Ort werden die Reise ausfüllen.

Bauabsprachen, Finanzierungsmodalitäten und Vereinbarungen mit den Ältesten des Dorfes brauchen eine gute Absprache und viel Zeit. Die meiste Zeit wird wohl wieder das gemeinsame Essen in Anspruch nehmen. Grundelement einer erfolgreichen Verhandlung. Mit bloßer Hand wird der Maisbrei zwischen den Fingern gerollt, mit dem Daumen ein Loch hineingedrückt und dann mit diesem „Löffel“ die Soße mit dem Fisch aufgeschöpft. Satt und zufrieden können dann die Verhandlungen beginnen.

Auf dieser Reise stehen auch weitere Besuche an, so ein Kontakt mit dem Jane Goodall Institut (Schimpansen in Gombe), dem Aufforstungsprojekt „TACARE“ und eine Kaffee-Kooperative, die in der Projekt-Region Kaffee produziert, und der von einer Münchner Kaffee-Rösterei vermarktet wird. Deshalb braucht der Verein MMH auch ein regionales Netzwerk, das miteinander an den verschiedenen „Baustellen“ arbeitet.

Interessierte an dieser Reise können das Tagesgeschehen über Facebook verfolgen und Fragen stellen: Afrikaprojekt Bugamba.


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