Afrika wächst ungebremst

Entwicklungsländer wachsen bis 2050 um 2,6 Milliarden Menschen

Allein in Afrika wird sich die Bevölkerung bis zur Jahrhundertmitte mehr als verdoppeln.
Die Bevölkerung in den Entwicklungsländern wird von heute 5,4 Milliarden auf acht Milliarden Menschen im Jahr 2050 wachsen. Das entspricht einer Zunahme um 2,6 Milliarden Menschen – so viele, wie 1950 auf der gesamten Welt lebten. Diese Zahlen gehen aus dem aktuellen DSW-Datenreport "Weltbevölkerung 2007" hervor.

Afrika wächst ungebremst

Für dieses rasante Bevölkerungswachstum sind vor allem die anhaltend hohen Fruchtbarkeitsraten verantwortlich. So bringen Frauen in Afrika im Durchschnitt noch immer 5,5 Kinder zur Welt. Die Zahl der Menschen auf diesem Kontinent wächst somit prozentual weltweit am stärksten. In den kommenden 43 Jahren wird sich die Bevölkerung Afrikas von heute 944 Millionen auf knapp zwei Milliarden Menschen mehr als verdoppeln.


Dabei sind die meisten afrikanischen Länder schon heute nicht in der Lage, die Grundbedürfnisse ihrer Bevölkerung zu befriedigen. In Afrika südlich der Sahara beispielsweise ist bereits jedes vierte Kind unter fünf Jahren unterernährt.

Bevölkerungswachstum als Herausforderung für Klimapolitik


Das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern hat auch globale Auswirkungen. Wie aus dem DSW-Datenreport hervorgeht, sind die Industrieländer zwar mit einem Ausstoß von 11,7 Tonnen Kohlendioxid pro Kopf die Hauptverursacher des Klimawandels. Berechnungen von Experten zeigen jedoch: Selbst wenn es den Industrieländern gelänge, ihre Kohlendioxid-Emissionen bis zum Jahr 2050 um 40 Prozent zu reduzieren, würde dies durch das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern wieder aufgehoben.


Steigende Geburtenzahlen in Europa?

Nach mehreren Jahren auf konstant niedrigem Niveau sind die Fruchtbarkeitsraten in einigen europäischen Ländern gestiegen. Während Frauen in Deutschland weiterhin lediglich 1,3 Kinder bekommen, hat sich die Rate in Spanien und Italien auf 1,4 Kinder leicht erhöht. In Schweden ist die durchschnittliche Kinderzahl sogar von 1,5 Kindern pro Frau auf fast zwei Kinder gestiegen. Von einem generellen Aufwärtstrend zu sprechen, wäre allerdings verfrüht. Hierzu müssen die Entwicklungen der kommenden Jahre abgewartet werden.

Aktuellen Bevölkerungsprojektionen zufolge wird Europa weiter schrumpfen: von heute 733 Millionen Menschen – einem Anteil von elf Prozent an der Weltbevölkerung – auf 669 Millionen Menschen bzw. sieben Prozent der Menschheit im Jahr 2050.



Einen aktuellen Datenreport können Sie ab sofort unter http://www.weltbevoelkerung.de/publikationen/dsw-datenreport.shtml bestellen.

Entnommen
DSW [news] August 2007
Mit freundlicher Genehmigung


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