Weltbevölkerungsbericht Handlungsempfehlungen

Handlungsempfehlungen des Weltbevölkerungsberichts 2012

Das Recht eines jeden Menschen auf Familienplanung ist im fünften Millennium-Entwicklungsziel verankert. Bei der Umsetzung wurden im Vergleich zu den anderen Zielen bisher die geringsten Fortschritte gemacht. Der Weltbevölkerungsberichts 2012 zeigt, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um das zu ändern.

Um Familienplanung für alle Frauen, Männer und junge Menschen zu ermöglichen, ist ein integrierter Ansatz notwendig. Dazu gehört, die Gesundheitssysteme zu stärken, Gesetze zum Schutz der individuellen Rechte einzuführen bzw. durchzusetzen, Armut zu reduzieren, schädliche traditionelle Praktiken zu hinterfragen, Kinderehen zu beenden, Diskriminierung zu überwinden, logistische Hindernisse aufzuheben und die ganze Bandbreite an Hilfsgütern der Familienplanung zur Verfügung zu stellen.

Basierend auf den neuesten Forschungsergebnissen ruft der Weltbevölkerungsbericht 2012 Entwicklungs- und Industrieländer, internationale Organisationen und die Zivilgesellschaft zum Handeln auf:

- Die finanzielle Unterstützung und das politische Engagement müssen erheblich erhöht werden, um sicherzustellen, dass alle Menschen jederzeit Zugang zu menschenrechtsbasierter Familienplanung haben und dass Dienstleistungen, Hilfsgüter und Informationen der Familienplanung qualitativ hochwertig sind.

- Familienplanung muss als Recht gefördert werden, das es den Menschen ermöglicht, andere grundlegende Rechte wahrzunehmen.

- Freiwillige Familienplanung muss in Maßnahmen zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung integriert werden, da sie positive Effekte darauf hat.

- Wirtschaftliche, soziale, logistische und finanzielle Hindernisse zu freiwilliger Familienplanung müssen abgebaut werden, so dass jeder Mensch Zugang dazu hat.

- Familienplanungsprogramme müssen für alle Nutzer verfügbar gemacht werden – einschließlich Jugendlicher, unverheirateter Menschen und aller, die einen Bedarf haben.

- Die Anzahl der ungewollten Schwangerschaften und der Abtreibungen müssen reduziert werden, indem die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Qualität von Hilfsgütern und Dienstleistungen der Familienplanung erhöht werden.

- Notfallverhütung muss in bestehende Familienplanungsprogramme aufgenommen werden.

- Jungen und Männer müssen bei der Familienplanung beteiligt werden – zu ihrem eigenen Vorteil und um das Recht von Mädchen und Frauen zu unterstützen, Verhütungsmittel zu nutzen.

Quelle: UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2012 "Das Recht auf Entscheidung - Familienplanung, Menschenrechte und Entwicklung", Hrsg. der deutschen Kurzfassung: Stiftung Weltbevölkerung, 14.11.2012

entnommen
DSW [news] November 2012 mit freundlicher Genehmigung


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