Millenniumsziele

Vereinte Nationen ziehen Halbzeitbilanz der Millennium-Entwicklungsziele

Die UN kommen zu dem Ergebnis, dass die Welt noch weit davon entfernt ist, die im Jahr 2000 vereinbarten Entwicklungsziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen. Der UN Generalsekretär fordert daher stärkere Investitionen in die Armutsbekämpfung

Anlässlich der Halbzeit der Millennium -Entwicklungsziele (Millennium Development Goals, kurz: MDGs) haben die Vereinten Nationen Anfang Juli eine Besorgnis erregende Bilanz der bisher erreichten Fortschritte veröffentlicht. Insbesondere die Länder in Afrika südlich der Sahara sind von den Unzulänglichkeiten betroffen: Keines dieser Länder hat Aussichten, die MDGs bis 2015 zu erreichen.

In Entwicklungsländern warten noch viele Probleme
Der Bericht hebt unter anderem die folgenden Mangel bei der Umsetzung der Ziele hervor: Noch immer sterben jährlich mehr als 500.000 Frauen in Folge von Schwangerschaft oder Geburt - fast ausschließlich in Entwicklungsländern.
Zudem stieg in den vergangenen fünf Jahren die Zahl der jährlichen Aids-Toten weltweit um 700.000 auf 2,9 Millionen Menschen. Immer mehr Menschen sind mit dem HI-Virus infiziert - im Jahr 2006 waren es 39,5 Millionen Menschen gegenüber 32,9 Millionen im Jahr 2001. Von dieser Zunahme sind besonders die Länder Afrikas siidlich der Sahara betroffen.

Einige Erfolge machen Hoffnung
Der UN-Bericht betont jedoch auch, dass es einige Fortschritte bei der Umsetzung der MDGs gab. So sank weltweit die Zahl der Menschen, die von weniger als einem US-Dollar am Tag leben müssen, von 1,25 Milliarden Menschen im Jahr 1990 auf 980 Millionen im Jahr 2004. In den Ländern Afrikas südlich der Sahara fiel der Anteil der in extremer Armut lebenden Menschen von 46,8 Prozent (1990) auf 41,l Prozent(2004).
In vielen Entwicklungsländern hat sich darüber hinaus gezeigt, dass Erfolge bei der
Umsetzung der MDGs möglich sind, wenn die Regierungen ihre Politik auf die Bedürfnisse der Armen ausrichten und dabei von der internationalen Gemeinschaft eine angemessene finanzielle und technische Unterstützung erhalten. So haben aus diesem Grund Kenia, Tansania und Uganda ihre Einschulungsraten erhöht, Uganda hat zudem den Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen für die Bevölkerung verbessern können.

Industrieländer müssen investieren
,,Die Ergebnisse zeigen, wie viel noch zu tun ist", so der UN-Generalsekretär Ban Ki Moc bei der Vorstellung der Halbzeitbilanz. Dem UN-Bericht zufolge gibt es noch Hoffnung, die Millennium-Entwicklungsziele in den nächsten sieben Jahren zu erreichen. Dazu müssten die Industrieländer zu ihren Verpflichtungen stehen und ihre Entwicklungshilfe bis 2015 auf 0,7 Prozent ihres Bruttosozialprodukts aufstocken. Die G8-Staaten werden aufgefordert, ihre Zusage einzuhalten bis zum Jahr 2010 die Hilfsleistungen für Afrika zu verdoppeln. Trotz dieser Verpflichtungen ist die Entwicklungshilfe allerdings im Jahr 2006 leicht auf 104 Milliarden US-Dollar gesunken.

US

Entnommen DSW [newsletter] August . 2007
Mit freundlicher Genehmigung


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