Flaschenwasser für die Armen

Flaschenwasser für die Armen?

Das Geschäft mit dem Wasser aus der Flasche boomt. Weltweit greifen immer mehr Menschen zum abgepackten Wasser. Ein einträgliches Geschäft für die vier größten Anbieter Nestle, Danone, Coca-Cola und Pepsi, die damit zweistellige Zuwachsraten erzielen.
Nicht nur in den Industrieländern wird - trotz hoher Wasserqualität - immer mehr Flaschenwasser getrunken, sondern auch in den Ländern des Südens wird es immer beliebter. Die Konzerne profitieren davon, dass es Regierungen oft nicht schaffen, überall sauberes Trinkwasser bereitzustellen? So wird Flaschenwasser oft zur einzigen Möglichkeit, sauberes Wasser zu erhalten. Doch der Preis ist im doppelten Sinne hoch. Flaschenwasser ist teuer und übersteigt die finanziellen Möglichkeiten armer Menschen erheblich. Eine durchschnittliche indische Familie mÜsste mehr als die Hälfte ihres Monatseinkommens für ihren Trinkwasserbedarf aufwenden, wenn sie es in Flaschen abgefüllt kaufen würde.


In Afrika würde der Jahresverdienst kaum für das Wasser eines Monats ausreichen. Besonders pikant ist die Tatsache, dass die Menschen manchmal gerade wegen des Flaschenwassers auf dem Trockenen sitzen. Die Konzerne kaufen immer öfter die Nutzungsrechte an einheimischen Wasservorkommen auf und pumpen diese für das Flaschenwasser ab. So betreibt Coca-Cola im südindischen Bundesstaat Kerala eine Fabrik, in der Softdrinks und Kinley-Flaschenwasser abgefüllt werden. Dafür werden täglich 800.000 Liter Grundwasser verwendet, mit der Folge, dass der Grundwasserspiegel des Gebietes sinkt und die Brunnen in den Dorfern der Umgebung trocken fallen. Als Folge müssen nun Tausende Menschen viel weitere Wege zurücklegen, um sauberes Trinkwasser zu er halten. Sie zahlen in jedem Fall den doppelten Preis.
So kann man sich der Forderung des Weltsozialforums in Port Allegre 2002 nur anschließen ,,Wasser gehört allen Lebewesen auf der Erde und darf deshalb nicht als eine Ware behandelt werden.“

Hedwig Diekwisch

Mit freundlicher Genehmigung
Pharma-Brief, Rundbrief der BUKO Pharma-Kampagne (
www.bukopharma.de)
Nr.7-8, November 2006

Weitere Links zum Thema:
www.menschen-recht-wasser.de
www.evb.ch
www.wasser-und-mehr.de
www.welthungerhilfe.de
www.nachdenkseiten.de
www.attac-muenchen.org


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