Medizin der Armut

In den 60er Jahren prägte Maurice King den Begriff „Medizin der Armut“ (Medicine of Poverty) durch sein Buch „Medical Care in Developing Countries“ ( Oxford 1966).

Der Begriff „Medizin der Armut“ kennzeichnet die Gegebenheiten und vielfältigen Probleme in den sog. Entwicklungsländern im Unterschied zu einer Medizin des Wohlstands (Luxusmedizin), die sich in den reichen Industrienationen entwickelte.


Der Begriff „Medizin der Armut“ ist zu einem festen Begriff geworden.
Man hat den Begriff ersetzt durch andere Begriffe, z.B.:
„Medizin in Entwicklunsgländern“
„Medizin unter begrenzten Ressourcen“
„Medizin bei sozialer Ungleichheit“

Alle Formulierungen weisen deutlich auf die soziale Dimension der Medizin und auf die Beeinflussung der sozialen Gegebenheiten auf Gesundheit und Krankheit hin.

Ursachen der Armut können z.B. sein:
-
Politische Instabilität
- Bürgerkriege
- Flucht, Vertreibung
- Migration, z.B. Wanderarbeiter in SüdafrikaArbeitslosigkeit
- Fehlende Bildung, Unwissenheit
- Verstädterung, Landflucht
(Zunahme der Stadtbevölkerung, z.B. Nairobi hat 3 Millionen Einwohner, davon 1 Millionen Menschen in Slumgebieten)
- Sinkende Rohstoffpreise
- Schulden der Staaten
- Ungerechtigkeit, Verletzung der Menschenrechte,


Eine Medizin der Armut

1.) geschieht unter den Bedingungen der Armut
In der Bundesrepublik stehen pro Kopf der Bevölkerung pro Jahr ca. 2500.- EURO für die Gesundheitsausgaben zur Verfügung In einem Land wie Tanzania dagegen lediglich 2.50.- EURO pro Jahr/pro Kopf der Bevölkerung

2.) hat es mit Krankheiten der Armut zu tun.


Chefarzt Dr. Mbaruku im OP des Regional-Hospitals Kigoma

Krankheitsbilder der Armut können sein z.B.:
Tuberkulose
Malaria,
HIV-Infektion/ Aids
Durchfallerkrankungen
Cholera
Fehl-Mangelernährung

Die Armutsspirale
Aus der Armutsspirale wird deutlich wie stark Gesundheit und Krankheit von sozialen Parametern abhängig sind, von Lebens- und Arbeitsbedingungen, von Ernährung, von äußeren Lebensbedingungen wie Trinkwasser, Hygiene, Zugang zur Gesundheitsversorgung.
(Abbildung wird ergänzt)

Man rechnet, dass jährlich 3 Millionen Kinder an Krankheiten sterben, die zu verhindern wären.

Nach UNICEF sterben täglich :
8000 Kindern an Masern, Keuchhusten, Tetanus
7000 an Durchfall
6000 an Lungenentzündungen

jährlich
2,1 Millionen Kinder an Lungenentzündungen
2 Millionen Kinder an Durchfallerkrankungen
1.1 Millionen Kinder an Masern

Krankheiten, die schon als ausgerottet galten, tauchen als typische Armuts- und Elendskrankheiten wieder auf:
Pest, Cholera, Tuberkulose

In Indien sterben jede Woche ca, 10.000 Menschen an Tuberkulose

Internet-Infos:
www.bukopharma.de
www.haiweb.org
www.theglobalfund.org


OP-Handschuhe müssen mehrmals verwendet werden

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