Struktur Gesundheitssystem

Gesundheitssystem in Tanzania

Das staatlich geführte Gesundheitssystem in Tanzania ist wie auch die Verwaltungsebenen des Landes hierarchisch gegliedert. Es werden mehrere Versorgungsebenen unterschieden. Der Aufbau entspricht einer Pyramide, an deren Spitze sich die wenigen Zentralkrankenhäuser (z.Zt. 4 Consultant Hospitals) befinden, die sich nach teuren internationalem Standard orientieren. Ihre Funktion als Referenzkrankenhäuser können sie nur bedingt wahrnehmen. Dies scheitert z.B. allein schon an der schlechten Infrastruktur des Landes, an fehlenden Strassen und mangelhaften Kommunikationsmöglichkeiten von den entlegenen Regionen in die Städte.


Problematisch ist die ungleiche Verteilung der finanziellen Mittel. Hieraus erklären sich manche Probleme der medizinischen Versorgung. Nach Morley und Diesfeld gilt ganz allgemein für Entwicklungsländer:
85 % der Gesundheitsausgaben kommen den wenigen Zentral- und Schwerpunktkrankenhäuser zugute. Diese erreichen aber nur 10 % der Bevölkerung. Lediglich der Rest, nämlich 15% der finanziellen Mittel, stehen für die Versorgung von 90% der Bevölkerung zur Verfügung steht.











Die Zeichnung von Professor H. L. E. Grüber veranschaulicht das Problem dieser ungleichen Mittelverteilung.




Consultant Hospital
Spezialabteilungen, Fachärzte, Lehr- und Universitätskliniken:
- Dar-es-salaam (Muhimbili Universität)
- Mwanza (Bugando Medical Centre)
- Moshi (Kilimanjaro Christian Medical Clinic = KCMC)
Vorgesehen: Krankenhaus in Haydom (Mbulu Distrikt , Manyara – Region)


Regional-Hospitäler
1 Hospital pro Region / 1 Millionen Bevölkerung
Fachärzte, erfahrene Allgemeinärzte, Medical Assistants, Schulen für Medical Assistants, kleinere Fachabteilungen, Überweisungshospital für die betreffende Region

District-Hospitäler
1 Bett pro 1000 Einwohner
2-4 Ärzte, Medical Assistant, keine Fachabteilungen
1 Distrikt: Bevölkerung von 100.000 - 200.000


Regional Hospital Kigoma

Health Center
1 Health Center, pro 50.000 Einwohner

Wünschenswert: 1 Arzt, evtl. Senior Medical Assistant, die ein Zusatzstudium absolviert haben als Leiter, Medical Assistant, Mitarbeiter für präventive Gesundheitsarbeit, Entbindungsstation, Hebammen, Krankenschwester, Laborant, Supervision von Dispensarien, Impfungen, Mütter-Kind-Kliniken, Möglichkeiten der stationären Behandlung, ca 20 Betten


Dispensary

1 Dispensary pro 10.000 Einwohner

Medical Assistant, kurative und präventive Arbeiten, Krankenschwester, Laborant, Hebammen, Entbindungen, Impfungen, Mutter-Kind-Vorsorge
Private Dispensaries können nur staatlich anerkannt und registriert werden, wenn sie auf einen Arzt oder auf einen Assistant Medical Officer zugelassen sind.

Die medizinische Versorgung ist in Tanzania nicht mehr kostenlos. Seit 2001 gibt es eine Krankenversicherung (National Health Insurances Fund) für Angestellte im Regierungsdienst.


Medikamentenausgabe Dispensary Bugamba

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