Fastenbrief 2012

Fastenbrief 2012
Eine Botschaft von Bischof Rt.Rev.Elias Chakupewa

Während ich diesen Fastenbrief schriebe, denke ich an Jesus, wie er in der Wüste vierzig Tage gefastet hat und weder am Tage noch in der Nacht etwas gegessen hat (Mt.4,1-12). Fasten gibt Mut und Kraft, den neuen Herausforderungen zu begegnen. Herausgefordert wurde Jesus vom Teufel und gewann den Kampf. Jesus hat uns dadurch ein Beispiel gegeben, wie wir solchen Herausforderungen begegnen können: dem lebendigen Wort Gottes vertrauen. Jesus gebrauchte das lebendige Wort Gottes, um den Teufel zu bezwingen. Während wir dem lebendigen Wort Gottes vertrauen und auf den Wegen Jesu gehen, werden wir in der Lage sein, sowohl geistliche als auch physische Herausforderungen zu bestehen.

Die Mission der Kirche in Tabora
Für uns in Tabora sind Mission und Evangelisation nicht etwas, für das wir uns so oder so entscheiden können; das ist für uns der unausweichliche Befehl unseres Herrn Jesus Christus. Ich bin so dankbar, dass mir Gott ein großes Verlangen ins Herz gegeben hat, die Menschen mit der Guten Nachricht von unserm Herrn Jesus Christus zu erreichen. Die anglikanische Diözese Tabora ist eine missionarische Diözese. Im Blick auf ihre geographische Ausdehnung gehört sie zu den größten in Tansania: 96.000 km⊃2;, mit zur Zeit 31 Gemeindezentren, 144 Kirchen und sieben Dekanaten. Es gibt viele Gebiete, die wir noch nicht erreicht haben. Deswegen besteht für uns die Priorität darin, die Menschen dort mit der Guten Nachricht unseres Herrn Jesus Christus bekannt zu machen.

In diesem Dienst stehen wir vielen Herausforderungen gegenüber. Die zwei größten: Mitarbeiter und Mittel. Jesus sagt, dass die Ernte groß sei und der Arbeiter wenige (Lk.10,2). Wir sind stets auf der Suche nach dienstbereiten Menschen, die wir ausbilden und senden können, um so den großen Auftrag unseres Herrn zu erfüllen. Wirkliche Behinderungen bestehen für uns in der begrenzten Verfügbarkeit finanzieller Mittel, und das wirkt sich aus auf die Anzahl der neu zu erreichenden Gebiete. Transportmöglichkeiten für den Bischof und andere leitende Mitarbeiter der Diözese, um die 31 Gemeindezentren verstreut über 96.000 km⊃2; zu erreichen, ist eine weitere Herausforderung. Unser Fahrzeug ist ständig unterwegs, die ganze Diözese abzuklappern. Der Landrover wurde 1999 vom ersten Bischof unserer Diözese, Francis Ntiruka, angeschafft, und ist dabei, auf den Wegen durch die Diözese und darüber hinaus sein Letztes zu geben. Ich bin Gott sehr dankbar, dass ich mit Hilfe unseres Mechanikers Herrn Joel alle Gemeinden für die Konfirmationsfeiern erreichen konnte, wobei wir infolge irgendwelcher Pannen dreimal nur ganz knapp vermeiden konnten, die Nacht im Busch zu verbringen. Die Diözese hat begonnen, Geld für ein neues Auto für den Bischof zu sammeln.

St. Lukas Anglican Church Maysville KY, US
Etwa vier Jahre lang hat die anglikanische Kirche St. Lukas mit ihrem Pastor Robert Hudson (Fr. Bob) meine Arbeit durch Gebet und Gaben unterstützt. Diese Unterstützung begann eigentlich bereits vor fünf Jahren, während wir noch beide an der Trinity School for Ministry studierten. Fr. Bob ging mit uns jeden Freitag in den Supermarkt (ALID und WALMART) und gab uns drei Studenten aus Afrika jede Woche 20 Dollar, um unsere Einkaufmöglichkeiten aufzubessern. Dieser Beitrag war für uns sehr wichtig, weil wir so einiges von unserm Taschengeld sparen und zur Unterstützung unserer Familien nach Afrika überweisen konnten. Für das Jahr 2012 hat diese Gemeinde ihre finanzielle Unterstützung für unsere Diözese erhöht, um das Gehalt für andere Mitarbeiter der Diözese bezahlen zu können. Wir sind der Gemeinde, Fr. Robert und der Gemeindeleitung von St. Lukas Anglican Church sehr dankbar.


Die St. Stephans Kathedrale
Die St. Stephans Kathedrale hat vier Vollzeit-Mitarbeiter: Rt. Rev. Elias Chakupewa (leitender Bischof), Rev. Canon Rodgers Kashimba (Stellvertreter des Bischofs), Rev. Lukas Ngasa (Pastor) und Frau Jesca Migera (Buchhaltung). Der Einbau der Fenster an der neuen Kathedrale wurde gerade fertig gestellt, wofür wir Gott dankbar sind. Weiter offen ist die Beschaffung von Bänken, die Fertigstellung des Büros und der Sakristei. Das Baukomitee hat kürzlich die Pläne und die Kostenvoranschläge genehmigt. Das Komitee hat auch über Möglichkeiten gesprochen, wie wir weitere Mittel einwerben können. Bitte betet mit uns für dieses wichtige Projekt. Gleichzeitig danken wir all denen, die uns bei diesem großen Vorhaben unterstützen. Zusätzlich befinden sich in den Dörfern Nzega, Igagala, Usinge, Goweko, Msonga, Ushirombo und Kagola weitere zehn Kirchen im Bau, - alle unterschiedlich weit fortgeschritten. Lasst uns beten, dass sie nach Gottes Zeitplan fertig gestellt werden können.


Jugendarbeit
Lasst die Kinder zu mir kommen, denn das Reich Gottes gehört ihnen (Mk.10,14b).
Die Zukunft der Kirche liegt in den Händen der Jugend. Fünfzig Prozent der Gemeindeglieder unserer Gemeinden sind weniger als 20 Jahre alt, was zeigt, wie wichtig dieser Dienst ist. Heute stehen die jungen Menschen in Afrika vielen Kämpfen und Herausforderungen gegenüber, abgesehen von der Armut. Sie müssen mit den Auswirkungen von HIV/Aids fertig werden, der Globalisierung und einem zunehmenden Umweltbewusstsein. In unserer Jugendarbeit wollen wir spirituelle, mentale und körperliche Entwicklung der jungen Leute sicherstellen. Unsere Mission besteht darin, den Leib Jesu überall in der Diözese aufzubauen, um so dem Missionsbefehl Jesu gerecht zu werden.
So sieht sich diese Abteilung vielen Aufgabenfeldern gegenüber, und trotz fehlender materieller Ressourcen, Unterrichtsmaterialien, Sportgeräte und Musikinstrumente arbeiten wir intensiv daran, diesen Nöten zu begegnen und die junge Generation auf das Leben als Erwachsene vorzubereiten. Als Ergebnis haben während einer Freizeit 40 Kinder ihr Leben Jesus anvertraut. Eltern haben festgestellt, wie sich das Verhalten und Benehmen ihrer Kinder positiv verändert hat.
Andere Aktivitäten, die wir zur Zeit durchführen, sind Spiele und Sportwettbewerbe für Jugendliche zu organisieren. Wir schaffen Möglichkeiten, Bastelarbeiten zuhause herzustellen und im Chor mitzusingen, was schon den Kindern viel Freude bereitet hat. Wir bieten eine ganze Reihe von Unterrichtseinheiten an, zu denen auch das Bibelstudium gehört sowie Kurse für das eheliche und voreheliche Zusammenleben. Nach einem Kurs über voreheliche sexuelle Beziehungen haben 25 junge Frauen ihr Leben Christus anvertraut, und jede Woche kamen einige zu seelsorgerlichen Gesprächen. Wir haben Kurse über Haushalterschaft durchgeführt und Vorsorgetraining zur HIV/Aids Problematik. Neben dem Plan, diese Aktivitäten auch in Zukunft durchzuführen, hoffen wir, darüber hinaus Workshops für Jugendleiter durchzuführen, um sie bei der Erfüllung ihrer Berufung zu unterstützen. Zudem planen wir eine große Jugendveranstaltung zum Thema Globalisierung. Zugleich wollen wir in unseren Gemeinden das Bewusstsein wecken für den Druck und die Anforderungen, denen unsere jungen Leute heute ausgesetzt sind. Wir möchten euch ermutigen, an unsere vielen jungen Menschen zu denken und die Arbeit im Gebet zu unterstützen.

Entwicklungsarbeit
Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben und durstig, und ihr gabt mir zu trinken (Mt.25,35).
Die Diözese betont, dass unsere Verantwortung darin besteht, Gottes Liebe zu den Menschen dadurch zu demonstrieren, indem wir der ganzen Person dienen, also sowohl auf ihr körperliches als auch auf ihr geistig/geistliches Wohl bedacht sind. Aus diesem Grund hat unsere Abteilung für Entwicklungsdienst mit anderen Entwicklungsorganisationen zusammen gearbeitet, denen es um die Entwicklung der Gemeinwesen auf dem Gebiet unserer Diözese geht, um so die Lebensverhältnisse vor Ort zu verbessern. Sie ermutigen und befähigen die Menschen, sich selbst aus der Armut herauszuarbeiten. Die Kirche fühlt sich verantwortlich, auf diese Weise zur Verminderung des Leidens der Menschen beizutragen, besonders derer, die an den Rand gedrängt wurden (Mt.25,35-45). Jesu Beispiel folgend ist der Dienst unserer Entwicklungsabteilung offen für alle. Unsere Entwicklungsprojekte haben in einigen Dörfern dazu geführt, dass einige neue Gemeinden gegründet werden konnten.
Allerdings ist das Büro dieser Abteilung seit zwei Jahren verwaist infolge des Ausscheidens des damaligen Amtsinhabers. Dieses Büro fungiert als Verbindung zwischen Kirche und säkularer Gemeinde und kümmert sich um allgemeine Gesundheitsfragen, sanitäre Anlagen, Erziehungsfragen sowie sauberes, sicheres Trinkwasser. Wir sind gegenwärtig im Gespräch mit CFI (Christliche Fachkräfte International) in Deutschland, dass sie uns für diese Schlüsselposition einen Missionar schicken. Der allmächtige Gott hat uns allen seine erstaunliche Güte und Freundlichkeit gezeigt. Die Diözese wächst trotz all der angesprochenen Engpässe und Herausforderungen. Gott ist mächtig und zu allem fähig; wenn wir unser Vertrauen auf seinen guten Namen gründen, werden wir es schaffen.

Abteilung für Mission und Evangelisation
Vor kurzem habe ich Pastor Andrew Ngohola zum Direktor für Mission, Evangelisation und Gemeindegründung ernannt. Ich bin überwältigt von den lebendigen Zeugnissen, die mich aus den evangelistischen Veranstaltungen erreichen und wie in Freiveranstaltungen Hunderte ihr Leben Jesus Christus übergeben.
Die Sunrise Baptist Church in Michigan, USA hat durch ihre Unterstützung die Arbeit der Gemeindegründer ermöglicht. Wir zahlen ihnen einen Beitrag zum Lebensunterhalt und die Mietkosten für ihre Wohnung und kaufen ihnen Fahrräder. Im Rahmen dieses Programms werden im Laufe des Jahres 2012 zwei neue Gemeindezentren entstehen.


Die Mutter- und Kind-Abteilung
Scharm ist verführerisch und Schönheit vergeht; aber eine Frau, die den Herrn ehrt, soll man preisen. (Spr.31,30)
Die Mutter- und Kind-Abteilung wurde 1989 mit dem Ziel gegründet, Initiativen zur Entwicklung vom Müttern und Kindern zu fördern. Das Ziel besteht darin, ihren Nöten in ganzheitlicher Weise wirksamer und umfassender zu begegnen. Diese Abteilung dient der ganzen Diözese - den ländlichen Gebieten genau so wie den Städten.
Die meisten Frauen unserer Diözese versuchen durch Acker- und Gartenbau ihre Familien zu ernähren sowie durch das Nähen von Kleidung. Sie bauen Mais, Reis, Bananen, Bohnen, Zwiebeln, Baumwolle und Cassava an. Bargeld verdienen sie vor allem mit dem Anbau von Tabak, Zwiebeln und Reis. Einige Frau halten einige Tiere und einige arbeiten als Angestellte. Unsere Aufgabe besteht darin, unsere Mitglieder durch Ausbildung und Fortbildungsseminare zu fördern.

Abteilung für Gesundheitsdienste

Das Ziel unseres Gesundheitsdienstes besteht darin, der „Missio dei“, des uns von Jesus anvertrauten Missionsauftrags Gottes, gerecht zu werden. Wir wollen den Menschen ganzheitlich helfen – Leib, Seele und Geist. Der Begriff Gesundheit wird nicht nur durch das nicht Vorhandensein von Gebrechen oder Krankheiten definiert, es geht vielmehr um das umfassende körperliche, seelische und geistige Wohlbefinden. Das Motto unserer Diözese lautet: „Die Menschen mit dem Evangelium von Jesus Christus erreichen“; deswegen tragen unsere Gesundheitsdienste dazu bei, das Motto unserer Diözese umzusetzen, nämlich die Menschen mit dem Evangelium von Christus durch die Tat zu erreichen. Die Abteilung bemüht sich um medizinische Versorgung, Gesundheitserziehung und die Einrichtung sanitärer Anlagen. Zweimal wöchentlich fahren Ärzte und Schwestern mit ihrer mobilen Klinik in die Dörfer und behandeln Patienten. Diese Methode, die Menschen in ihren Dörfern zu erreichen, hat vielen Armen überhaupt erst den Zugang zu einer medizinischen Versorgung verschafft, weil aufwendige Reisekosten entfallen. Das St. Philips Gesundheitszentrum versorgt die Bevölkerung von Tabora und Umgebung gegen ein sehr geringes Entgeld. Dr. Ruth Hulser ist dort die verantwortliche Ärztin.

Abteilung für Ausbildung

Die Abteilung für Ausbildung und Erziehung kümmert sich sowohl um die säkulare als auch um die religiöse Erziehung. Diese Abteilung beaufsichtigt auch die neu geschaffene Sekundarschule St. Petrus. Diese Einrichtung, deren Leiter Simon Kyala ist, besteht jetzt drei Jahre. Sie wird z. Zt. von 140 Jungen und Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren besucht. Der Schule fehlen allerdings noch genügend Schlafplätze sowie Büro- und Klassenräume.

Mädchen-Wohnheim der Diözese
In dieser Einrichtung wohnen derzeit 40 Schülerinnen; es fehlen weitere Räumlichkeiten für die ständig wachsende Schülerinnenzahl. Wir überlegen derzeit, wie wir die finanziellen Mittel bekommen können, um die Versammlungshalle weiterbauen zu können. Der Bau wurde vor fast sieben Jahren begonnen, wobei damals nur die Wände errichtet wurden. Die sind in all den Jahren nicht besser geworden. Bitte betet für uns und all die Anliegen, die ich eben erwähnt habe.


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